Wahre Geschichte

Sehr viele Fragmente in Die Zeitzeugin entstammen wahren Begebenheiten. Dazu zählen natürlich die historisch bekannten politischen und gesellschaftlichen Ereignisse, aber auch viele persönliche Anekdoten und Berichte von wirklichen Zeitzeugen.

Wer den Roman schon gelesen hat, findet hier Handlungsfragmente wieder, wie sie von wirklichen Zeitzeugen berichtet wurden.

1. Weltkrieg

Oberhauser Straße

Zu Beginn von Die Zeitzeugin fehlen noch die meisten privaten wahren Begebenheiten. Es ist einfach zu lange her. Allein die Adresse in der Oberhauser Straße habe ich von meinen Großeltern väterlicherseits entliehen, die nach dem Krieg in der Hausnummer 75 wohnten. Noch zu meinen Kinderzeiten mutete diese Adresse ländlich an. Die Bäckerei Becker gibt es heute noch. Deren "Bobbes" waren der Traum meiner Kindertage in den frühen 70ern. Oft nahm mich mein Opa mit nach hinten auf den Hof zur Backstube und wenn ich Glück hatte, bekam ich dort einen dicken Brocken Kuvertüren-Schokolade geschenkt.

"Wir verlassen uns nie!"

Tatsächlich war das ein Spiel, welches ich mit meiner Cousine erfunden habe. Wir haben es immer wieder und überall gespielt. Es muss eine Art kindliche Droge gewesen sein. Anfänglich waren die Erwachsenen gerührt, später genervt.

St. Josef

Die Glocken von St. Josef in den Himmelpforten sind tatsächlich im Zuge der Rohstoffsammlungen abgehängt worden.

20er Jahre

Fliegende Nikolausteller

Über eine Verwandte wurde in unserer Familie erzählt, dass ihr Vater mit einem Nikolausteller nach ihr geworfen hat, als sie mit siebzehn zum ersten Mal mit einem Jungen auf der Straße gesehen worden ist. Allerdings ging der Junge auf der anderen Straßenseite und hatte nur als Schulkamerad gegrüßt. Der etwas gehässige Bruder der Verwandten erzählte aber zuhause "die geht auf der Straße mit den Jungs". Bevor sich die junge Dame zuhause rechtfertigen konnte, hatte sie aber schon den Nikolausteller im Gesicht. Andere Zeiten, andere Sitten...

30er Jahre

Der Gesellenverein

Den Gesellenverein, später Kolpingverein, in Holsterhausen hat es tatsächlich gegeben und es gibt ihn heute noch. Mein Großvater Carl und mein Großonkel Hans waren zwei der Gründungsmitglieder. Auch das Sommerhaus hat es gegeben. Es lag am unteren Ende der Bramkampstraße. Die spätere Beschlagnahmung durch für die Hitlerjugend ist auch historisch korrekt. Ebenso gab es die Schulungsräume für Handwerkerkurse an der Ecke Savignystraße/Planckstraße, aus denen der Verein 1934 von der NSDAP ausgewiesen wurde. Tatsache war auch, dass zur Zeit der großen Arbeitslosigkeit die Ehefrauen der Kolpingbrüder alle entbehrlichen Lebensmittel zusammenlegten, um den Kursteilnehmern Mittagessen zu kochen.

Monsignore Kiggen

Den Pfarrer Kiggen, der im Roman die Trauung von Netti und August vornimmt, gab es tatsächlich. Er war lange Pfarrer in St. Mariä Empfängnis und muss sehr beliebt gewesen sein. Später wurde er Monsignore Kiggen, weshalb ich ihn bei Alwines und Winfrieds Trauung auch so nenne.

Mariä Empfängnis Holsterhausen

Der "Holsterhauser Dom" ist im Krieg, bis auf das schöne Portal, zerstört worden. Vor dem Krieg hatte er einen ganz anderen, sehr viel längeren und spitzeren Turm. Die alte Turmspitze ist allerdings schon 1940 bei einem Orkan heruntergeweht worden. (Diese Information hat mir freundlicherweise ein Holsterhausener Bürger mitgeteilt. Vielen Dank dafür!) Heute ist die Turmspitze wesentlich gedrungener. Das Gemeindebüro besitzt noch Bilder von dem alten Kirchturm.

Nach dem Krieg hatte die Gemeinde eine Notkirche hinter dem heutigen "Dom" an der Barthel-Bruyn-Straße.

Zum Stammhaus

Das Café/Restaurant "Zum Stammhaus" gab es auch zu  meinen Zeiten in Essen noch. Heute weist nur nich die "Apotheke am Stammhaus" in der Lenbachstraße auf diesen historischen Ort hin.
Falls sich noch jemand erinnert, in welchem Haus genau das war, oder mehr Informationen über das Stammhaus hat, würde ich mich freuen, davon zu erfahren und das hier zu ergänzen.

Simsonblock

Die Adresse Keplerstraße 8 gehört zum so genannten Alfredshof, einer großen und sehr schönen Kruppsiedlung, die damals neu erbaut war. Bis auf den Simsonblock, in dem sich die Keplerstraße 8 befindet, ist der gesamte Alfredshof im Krieg zerstört worden. Heute ist der Simsonblock eine Station der Route der Industriekultur.

Meine Mutter hat als Kind ab 1945 in der rechten Hochparterre dieses Hauses gewohnt. Sie hat mir aus ihrer Erinnerung einen Grundriss der Wohnung gezeichnet.

Dr. Haase

Einen Frauenarzt Dr. Haase gab es wirklich. Er hatte seine Praxis an der Kettwiger Straße (damals Adolf-Hitler-Straße) und wohnte an der Cranachstraße, Ecke Holsterhauser Straße, wo heute die Holsterhauser Apotheke ist. Dr. Haase war Halbjude und wurde von den Nationalsozialisten geduldet. Er hat den Krieg überlebt und ist nach dem Krieg aus Essen weggezogen.

Alte Synagoge Essen

Die Adresse von Winfrieds Eltern an der Schützenbahn, direkt neben der Synagoge, war in Wirklichkeit die Adresse meiner Großeltern mütterlicherseits vor dem Krieg. Heute gibt es keine Häuser mehr, die in unmittelbarer Nachbarschaft zur Synagoge liegen. Da fast der gesamte Stadteil bei den großen Luftangriffen zerstört wurde, hat sich dort fast alles verändert.

Vulkaniseur

Mein Großvater war wirklich Vulkaniseur und arbeitete in dem Betrieb Mandelartz. Vulkanisation ist ein bestimmtes Verfahren, Autoreifen herzustellen. Der Betrieb florierte schon vor dem Krieg, weshalb meine Großeltern auch in einer, für die damalige Zeit, luxuriösen Wohnung mit Badezimmer wohnten.

Edelstein Bavaria

Dieses Kaffee-Service kam in den 30er Jahren auf den Markt. Wenn man "Edelstein Bavaria" im Internet in die Bildsuche eingibt, kann man es anschauen.

Gemarkenplatz

Auf dem Gemarkenplatz hat es in den 30er Jahren eine Litfaßsäule gegeben, die im Roman erwähnt ist. Diese Litfaßsäule hat die Bombardierungen des Stadteils überstanden und ich kann mich selber noch daran erinnern. Sie stand in etwa dort, wo sich jetzt eine kleine Verkehrsinsel zwischen den Ampeln befindet.

Außerdem gab es am Gemarkenplatz das Gemar-Kino dort, wo heute der Edeka-Markt ist. Im Gema-Kino liefen die Wochenschauen. Nach dem Krieg gab es dort Sonntagsvormittags Kasperle-Vorstellungen für Kinder. Auch ich bin als Kind in den 70er Jahren noch in dieses Kino gegangen. 

Hinrichtung und Folterungen durch die SA

Zitat aus Die Zeitzeugin: "Ein Mann hatte in Notwehr auf SA-Leute geschossen, die in seine Wohnung eingedrungen waren. Der Mann war von der SA in seinem eigenen Hof erhängt worden." Diese Begebenheit ist leider so wirklich in Essen passiert. Ich bin bei Recherchen darauf gestoßen.

"Dem haben sie in einer SA-Kaserne mit dem Wasserschlauch den Darm aufgepumpt." Auch diese Stelle ist keineswegs erfunden.

Wetter in Essen

Wenn ich im Roman ausdrücklich auf das Wetter hingewiesen habe, dann entspricht das den historischen Tatsachen. Beispiel:

"In diesem März 1933 war das Wetter so schön, dass es die Menschen nach draußen in die warme Sonne zog."

Kruppscher Konsum

Es gab auf der Gemarkenstraße einen Kruppschen Konsum. Ich wäre sehr dankbar für genauere Hinweise.

Nachtrag: Freundlicherweise hat mir ein Holsterhausener die passenden Informationen gemailt. Der Kruppsche Konsum befand sich schräg gegenüber von „SeifenWeber“, zwischen Simsonstr und Rubensstr. Heute ist dort der Penny-Markt.

Die Bemerkung der Verkäuferin am ersten Tag des Judenboykotts, am 1. April 33 („Na irgendwann müssen ja ehrliche Leute wie wir auch mal zum Zuge kommen!“), ist nicht von mir erfunden, sondern entstammt einem Zeitzeugenbericht in demselben Zusammenhang, allerdings aus einer anderen Stadt als Essen.

Kaufhaus Gustav Blum

Das Kaufhaus Blum war eine wichtige Adresse im Essen der Vorkriegszeit. Es befand sich an der Kettwiger Straße. Die Blums waren Juden und wurden von den Nationalsozialisten, wie in Die Zeitzeugin beschrieben, schikaniert. Tatsächlich war Blum die erste Adresse, wenn es um Kleiderstoffe und Schneiderei-Zubehör ging. Mein Fräulein Löwenstein ist aber frei erfunden. Auch das Kaufhaus Loosen (vormals Gustav Blum), welches zu meiner Zeit in Essen noch existierte, hatte eine der besten Abteilungen für Stoffe und Kurzwaren. Ich kann mich gut an die großen Tische mit hunderten von Fertigschnitt-Tüten erinnern. Allerdings reichen mir diese Tische in meiner Erinnerung bis etwa zum Kinn, so klein war ich da noch. Heute befindet sich in dem inzwischen denkmalgeschützten Gebäude das Kaufhaus Peek&Cloppenburg.

Kettwiger Straße

Tatsächlich wurde die Kettwiger Straße am 20. April 1933 in Adolf-Hitler-Straße umbenannt. Erst mit Kriegsende bekam sie ihren alten Namen zurück.

Reichskristallnacht in Essen

Es gibt ein sehr bekanntes, historisches Foto von der brennenden Essener Synagoge am Tag nach der Kristallnacht, am 10. November 1938. Ich habe Alwines Erleben gleichsam in dieses Foto hinein gebaut und auch den unbekannten Fotografen in meinem Roman auftreten lassen. Ich hoffe, dass ich noch die Rechte bekomme, dieses Foto hier abzubilden.

Die Beschreibung der Geschehnisse in dieser Nacht sind dem Bericht einer Zeitzeugin entnommen: Miriam Hahn-Crohn war eins der kleinen Mädchen, die vom Ausgang der Synagoge zu dem wartenden Taxi gerannt sind.

Die Jüdin im Milchgeschäft

Diese Begebenheit ist nicht erfunden. Meine Großmutter Maria war diejenige, welche die Schikanierung der jungen jüdischen Mutter in dem Milchgeschäft erlebt und anschließend für lange Zeit regelmäßig Milchkannen für sie versteckt hatte. Ich wäre dankbar für Hinweise, wo genau sich dieses Milchgeschäft in der Nähe der Synagoge befunden hat.

Privatsammlung

Kindermode für Jungen um 1900
Damenmode um 1915
So sah früher ein Küchenherd aus. Dieses Foto wurde in der "Kleinen Gemarkenstraße" vor dem 2. Weltkrieg aufgenommen.
1931: Der "Katholische Gesellenverein" Holsterhausen, später Kolpingverein. Ganz links mein Großonkel, daneben mein Großvater, beide Gründungsmitglieder.
Mann trug Hitlerbärtchen. Mein Urgroßvater zu Kriegszeiten.
Foto: Ulrike Behringer
Die Haustür der Keplerstraße 8 heute.
Mein Großvater als Besatzer in Frankreich irgendwann in 1940/41.
Ausweis für Bewohner der britischen Zone.
Innenseite des Ausweises mit Adresse Keplerstraße 8
Plakat der Besatzer zur Erziehung der Deutschen
Post aus Russland 1948
Seite aus dem Berichsheft eines Schneiderlehrlings der 50er Jahre
Personalausweis BRD 1954-1987 (wikimedia commons Axel1963)
1950er Jahre: Vulkanisierbetrieb Kleimann am Wehmenkamp in Essen Rüttenscheid. Erste Anstellung meines Großvaters (4. v. l.) nach der Heimkehr aus Russland.

1939 - 1945 in Essen

Luftschutzkeller

Die "Nikolausstellen" in den Kellern gab es tatsächlich. Meine Großtante musste sich einmal, zusammen mit anderen Frauen, durch mehrere Keller "graben" (also mehrmals solche Durchbrüche öffnen), um in einem Haus auszukommen, das nicht verschüttet war.

Bombardierung Essens

Die Beschreibungen der Bombennächte in den Luftschutzkellern habe ich mir aus vielen Berichten von Zeitzeugen zusammenrecherchiert. Das Erleben unter der Bombardierung ist also nicht erfunden.

 

Seidenwäsche aus Frankreich

Dies ist eine wirklich so geschehene Anekdote aus meiner Familie. Mein Großvater Carl war zu Beginn des Krieges in Frankreich stationiert und schickte meiner Oma Maria ein Paket mit seidener Unterwäsche. Eigentlich ist das für mich vollkommen undenkbar, denn meine Großeltern waren strenggläubige katholische Christen. Anscheinend war meine Oma auch sehr besorgt darüber, dass es ihrem Mann in Frankreich so gut ging und sie setzte alle Hebel in Bewegung, ihn zurückzuholen. Und das gelang ihr auch. Mein Opa war Vulkaniseur und konnte daher in einem kriegswichtigen Betrieb arbeiten. Später, wurde er dann aber wieder zum Kriegsdiens verpflichtet und musste doch an die Front.

Battle of the Ruhr

Am 6. März 1943  wurde die Innenstadt von Essen massiv bombardiert. In Die Zeitzeugin erlebt Alwine diese Nacht im Feuer zusammen mit Winfried auf Heimaturlaub. Tatsächlich war es so, dass meine Großmutter Maria diese Nacht sehr ähnlich erlebte. Das Haus mit der Wohnung meiner Großeltern an der Schützenbahn ist zerstört worden. Meine Großmutter irrte mit einem Säugling (meiner Mutter) auf dem Arm durch die brennenden Straßen. Mein Großvater Carl war durch den Rauch vorübergehend erblindet und meine Oma musste ihn durch die brennenden Straßen bugsieren.

Meine Mutter war damals keine fünf Monate alt und erlitt in dieser Nacht durch die Brandbomben eine Phosphorvergiftung. In der Folgezeit hatte sie als Säugling am ganzen Körper schrecklichen Hautausschlag und schrie, sobald man sie berührte. Die Ärzte hatten keine Hoffnung mehr und alle rechneten damit, dass das Kind sterben würde. Meine Mutter hat noch heute extreme Panik, wenn sie einen Brandgeruch wahrnimmt.

Illegale linke Zeitungen

Es gab während des Krieges wirklich eine Untergrundbewegung, die illegale linke Schriften verbreitete. Die "Zeitungen" hatten das Format eines zusammengefalteten Din A4-Blattes und waren sehr eng in ganz kleiner Schrift bedruckt. Dass solche Zeitungen in einem Zusammenhang mit dem Sommerhaus des Kolpingvereins gestanden haben, ist frei erfunden.

Ergänzung durch eine Zuschrift, für die ich sehr dankbar bin: Es gab natürlich zahlreiche (kleinere) Widerstandsaktionen. Eine dieser Aktionen, die in der öffentlichen Aufarbeitung bekannter geworden ist, waren die sogenannten GRÜNEN BRIEFE, an deren Herstellung und Verteilung auch (der spätere Bundespräsident) Gustav Heinemann beteiligt war. Grüne DIN A 4 Blätter, engbedruckt, die überwiegend im Bereich der (ein wenig) widerständigen ‚Bekennenden evgl. Kirche‘  verteilt wurden.

Plünderung

Eine weitere, nicht erfundene Romanstelle:

"In Essen waren schon Leute zum Tode verurteilt worden, die nur ein paar schimmelige Lederschuhe aus einem Schutthaufen gezogen hatten." Diese Begebenheit habe ich während meiner Recherchen unter Zeitzeugenberichten gefunden. 

Bunker Rembrandtstraße

Auch diese Romanstelle beruht auf einer wahren Begebenheit:

"Am 25. Oktober 1944 kamen die Bomber tagsüber. Alarm um 15 Uhr. Das war womöglich auch der Grund, warum der Bunker an der Rembrandtstraße so voll war. Die Leute waren nicht wie bei den nächtlichen Angriffen zu Hause und brachten sich im Keller in Sicherheit, sondern sie waren irgendwo unterwegs und rannten beim Alarm zum nächsten Bunker. Der Angriff dauerte nur eine halbe Stunde, aber die reichte, um neben vielen Häusern und Straßen auch den Rembrandtbunker zu treffen, in dem 130 Frauen und Kinder starben."

Es muss in dem Zusammenhang auch etwas mit zerstörten Wasserleitungen gegeben haben, so dass Überlebende im Bunker Probleme mit einem ständig steigenden Wasserspiegel hatten. Näheres konnte ich aber nicht herausfinden. Auch hier wäre ich sehr dankbar für weitere Hinweise, auch darüber wo genau sich der Rembrandtbunker befunden hat.

Danke für eine ergänzende Information eines Lesers: Der Rembrandtbunker war direkt neben der Melanchtonkirche unter dem Holsterhauser Platz. Nach dem Krieg haben Kinder (sicherlich verbotenerweise) darin herumgestöbert.

Friedhof an der Rühlestraße

Etwas so Furchtbares hätte ich mir niemals selber ausgedacht:

"Die grausigste Stelle in Holsterhausen war nach diesem Angriff der Gemeindefriedhof an der Rühlestraße, der von mehr als 30 Bomben getroffen worden war. Grabsteine, Sargdeckel und Leichenteile der verschiedensten Verwesungsstadien lagen in einem Chaos durcheinander oder ragten aus den Wänden der Bombentrichter hervor." 

Ich habe diese Beschreibung unter historischen Dokumenten gefunden. Dies ist ein Beispiel dafür, dass viele Überlebende des Krieges später sagten, sie hätte nicht darüber gesprochen, weil die Erlebnisse so extrem grausig waren, dass sie bestimmt niemand geglaubt hätte.

Der Wahnsinn der letzten Kriegstage

"Am 7. April 1945 marschierten die Amerikaner in Essen Karnap ein. Noch an diesem Tag wurden in Fischlaken drei minderjährige Jungen standrechtlich wegen Fahnenflucht erschossen. Nachbarn hatten sie an die Nazis verraten."

Dieser Absatz in Die Zeitzeugin entspricht ganz und gar belegten Tatsachen.

Essen nach Kriegsende

Die Beschreibung von Essen nach den letzten Bombardierungen entstammen Berichten meiner Großeltern und Eltern. Man konnte tatsächlich von den oberen Stockwerken in der Keplerstraße bis in die Innenstadt schauen, weil dazwischen alles nur Schutt und Asche war.

Es gab wirklich für mehrere Jahre einen schnurgeraden Trampelpfad zwischen den Trümmern, der von der Keplerstraße bis zum Frohnhauser Markt führte.

Erste Briefe aus Russland

Eine Familienanekdote: Meine Großmutter Maria stand gerade in einer Lebensmittelschlange am Milchgeschäft in der Keplerstraße, Ecke Windscheidstraße, als meine Großtante angerannt kam und von Weitem schon immer schrie "der Carl, der Carl hat geschrieben". Sie wedelte mit einer gelblichen Karte und das war der erste Brief, den meine Oma von meinem Opa aus Russland erhielt.

Dieser erste Brief entspricht vom Inhalt her genau dem, was auch in dem Roman beschrieben wird.

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