Independent Autoren

Hinter diesem Begriff stehen Schriftstelleinnen und Schriftsteller, die ihre Werke unabhängig von  Verlagen publizieren, also im Selbstverlag veröffentlichen. Möglich ist das erst seit wenigen Jahren, nämlich seit es E-Books gibt und seit die Druckverfahren immer einfacher, schneller und günstiger werden.

Auch Die Zeitzeugin ist independent publiziert. Das bedeutet, dass ich meine eigene Verlegerin bin und alle Rechte an meinem Werk bei mir verbleiben. Das hört sich gut an und ist auch gut. Aber es bedeutet auch, dass ich für die meine Werbung und den Vertrieb selber verantwortlich bin und kein großer Verlag mir durch seinen Namen und seine Mittel Türen öffnet.

Trotzdem bin ich, nach anfänglichem Zögern, sehr zufrieden mit meiner Situation. Independent zu publizieren bedeutet, machen und schreiben zu können, was ich will und vor allem nicht darauf warten zu müssen, sechs Richtige im Lotto zu haben. Denn in etwa so hoch ist die Wahrscheinlichkeit, mit dem ersten belletristischen Roman bei einem renommierten Verlag zu landen.

Im Moment ist sehr viel Bewegung in der „Indie-Szene“ und die Buchwelt versucht, diese Gruppe der unabhängigen und eigenwilligen Autoren irgendwie sinnvoll einzuordnen. Es gibt keine vorsortierenden Lektoren oder Verlage für uns. Jeder kann veröffentlichen – egal ob das Geschriebene gut oder schlecht ist.

Auf der anderen Seite sind die großen Verlage immer weniger Garant dafür, auch gute Bücher zu erhalten. Hier wird mehr und mehr auf Mainstream-Wellen geschwommen. Themen wie Mittelalter-Liebesromane oder Vampirgeschichten, werden bis ins Unerträgliche ausgereizt. Aber das verkauft sich halt gut und deshalb wird es gedruckt.

Man vergisst schnell, dass die großen Verlagsgruppen reine Wirtschaftsunternehmen sind. Da geht es nicht in erster Linie um gute Literatur, sondern um Literatur, die sich gut verkaufen lässt. Da werden keine Risiken mit ungewöhnlichen Themen oder Stilen eingegangen. Sehr schwierig für Autoren, die nicht zuerst schauen, wonach der Markt verlangt und dann schreiben, sondern einfach das schreiben, was sie am meisten bewegt.

Der Buchmarkt verändert sich. Es gibt mehr Massenprodukte und mehr Nischenthemen. Der Internetbuchhandel ist eine stehende Größe geworden - ob man das gutheißt, oder nicht. Der durch das Internet bedrohte Buch-Einzelhandel hat nur noch die Chance, sich durch Spezialisierungen und ausgewählte Programme wieder zu etablieren. Hier können gute Indie-Autoren eine sinnvolle Rolle spielen.

Dieser Trend birgt interessante Chancen, auch wenn er für uns unabhängige Autoren und für die Buchhändler erst einmal eine Herausforderung darstellt.

Die Zeitzeugin für Buchhändler

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